Knochenverletzungen (Frakturen) des Oberen Sprunggelenks

Frakturen des Oberen Sprunggelenks (OSG) gehören zu den häufigsten Verletzungen überhaupt. In den meisten Fällen entstehen diese Frakturen nach Umknicken auf unebenen Boden, häufig bei sportlicher Aktivität. Das Verletzungsausmass darf nicht unterschätzt werden. Alle beteiligten anatomischen Strukturen müssen klinisch beurteilt werden.

Fraktureneinteilung

Fraktureinteilung

Die gebräuchlichste Einteilung ist die von Danis und Weber aus dem Jahr 1966. Sie richtet sich nach der Höhe der Aussenknöchelverletzung im Bezug auf die Höhe der Syndesmose:

Typ A: unterhalb der Syndesmose (Syndesmose intakt)
Typ B: auf Höhe der Syndesmose (Syndesmose fraglich intakt)
Typ C: oberhalb der Syndesmose (Syndesmose nicht intakt)

Diagnostik

Die Anamnese zum Unfallereignis/Unfallmechanismus ist ebenso wichtig wie die klinische Untersuchung. Die klinische Untersuchung beinhaltet die Beurteilung der Schwellung, ein mögliches Kompartmentsyndrom, Hämatomverfärbungen Schürfungen und Spannungsblasen. Zunächst sollte jedoch eine radiologische Beurteilung mit Darstellung des OSG in zwei Ebenen erfolgen, erst danach erfolgt die Prüfung der Bandstabilität. Oft können Frakturen nicht sicher im primären Röntgenbild erfasst werden. In diesen Fällen empfiehlt sich ein Verlaufsröntgen nach ca. 1 Woche.

Eine CT-Untersuchung wird nur bei Verdacht auf weitere knöcherne Verletzungen (Sprungbein) eingeleitet. Die MRI Untersuchung wird primär nicht eingesetzt. Diese Untersuchung ist hilfreich bei der Abklärung von Stressfrakturen.

Therapie

Eine instabile oder dislozierte Fraktur wir rasch unter Zug reponiert und in einer Gipsschiene versorgt. Bei nicht reponierbaren Frakturen und bei hochgradigem Weichteilschaden muss ein gelenksüberbrückender Fixateur angelegt werden und die definitive operative Versorgung in der Folge geplant werden. Dies richtet sich dann nach den Weichteilverhältnissen. Eine direkte operative Versorgung muss bei Beteiligung von Nerven und Gefässverletzungen erfolgen.

Nur stabile Frakturen, die weniger als 2 mm verschoben sind, können konservativ behandelt werden.
Die Nachbehandlung mit Ruhigstellung und Belastung der betroffenen Extremität richtet sich nach der Versorgung und den Empfehlungen des behandelnden Arztes.

Zusammenfassung

Frakturen des Oberen Sprunggelenks sind sehr häufige Verletzungen, die meist im Rahmen sportlicher Aktivitäten auftreten. Eine genau klinische Untersuchung und korrekte radiologische Bildgebung sind entscheidend für die Einteilung und somit für die Behandlungsform.